Die Veranstaltung mit 130 Teilnehmenden zum Thema "Wirksam im Wandel - Familienzentren als Brücken im Sozialraum" bot viele neue Impulse
Auch das inzwischen 16. Netzwerktreffen der Hessischen Familienzentren erfreute sich wieder großer Resonanz. Mit rund 130 Teilnehmenden fand die zentrale Veranstaltung im Landesförderprogramm in diesem Jahr in der Sportschule und Bildungsstätte des Landessportbundes Hessen statt. Unter dem Leitmotiv „Wirksam im Wandel – Familienzentren als Brücken im Sozialraum“ standen Austausch, Vernetzung und die Weiterentwicklung guter Praxis im Mittelpunkt – ganz im Sinne des Grundsatzes „aus der Praxis für die Praxis“.
Begrüßung zum 16. Netzwerktreffen. Alle Fotos: © Karl Kübel Stiftung
Das Grußwort hielt Katherine Grabolle, Leiterin der Abteilung Familie und Senioren im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG).
Vorstellung der Interessenvertretung Hessischer Familienzentren (IHFamZ).
Fachvortrag von Prof. Dr. Thiesen von der Hochschule RheinMain
"Markt der Möglichkeiten"- im Austausch u.a. mit der LAG Erziehungsberatung
Im Austausch mit der AHF
Im Austausch mit "Sportland Hessen" und der Initiative "Bewegt älter werden" (HAGE und Landessportbund).
Im Austausch mit dem VAMV.
Zum Auftakt würdigte Katherine Grabolle, Leiterin der Abteilung Familie und Senioren im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG), in ihrem Grußwort die engagierte Arbeit der Familienzentren in Hessen. Sie bedankte sich ausdrücklich für den täglichen Einsatz der Fachkräfte und Ehrenamtlichen, die Familien niedrigschwellig begleiten, vernetzen und stärken.
Ein inhaltliches Highlight setzte der Impulsvortrag von Prof. Dr. Andreas Thiesen (Hochschule RheinMain). Unter dem Titel „Offen, durchlässig, transformativ – Überlegungen zur sozialräumlichen Zukunftsfähigkeit der Hessischen Familienzentren“ lud er zu einem Blick über den Tellerrand ein. Thiesen beschrieb neue Perspektiven von Wissenschaft und Forschung auf das Thema Sozialraumorientierung und warb u.a. für die thematische Aktualisierung sozialräumlicher Ansätze, die Etablierung dezentraler aufsuchender Beteiligung und die Entwicklung eines flexiblen Sozialraumbegriffs. In seinem Vortrag stellte er eine Verbindung zwischen “zukunftsfähigen Themen” und “zukunftsfähigen Familienzentren” her und regte damit eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmenden an.
Die Workshops am Vormittag machten das Motto „aus der Praxis für die Praxis“ nochmals erlebbar. Sechs parallele Sessions gaben vertiefte Einblicke in die Arbeit von Familienzentren vor Ort – von sozialraumorientierter Familienbildung über Urban Gardening als Beteiligungsformat bis hin zu digitalen Wegen, Eltern passgenau zu erreichen. Praxisbeispiele aus ländlichen Gemeinden und städtischen Quartieren zeigten, wie Begegnung, frühe Bildung und Teilhabe im Alltag gelingen.
Als ein Baustein des Netzwerktreffens bot der „Markt der Möglichkeiten“ reichlich Gelegenheit, neue Impulse zu gewinnen. Verbände und Fachorganisationen, darunter der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV), die Initiative „Bewegt älter werden“ im Programm Sportland Hessen, die LAG Erziehungsberatung, die Arbeitsgemeinschaft Hessische Familienbildung (AHF) sowie die Koordinierungsstelle “Vielfalt in der Kindertagesbetreuung in Hessen”, präsentierten ihr vielfältiges Angebot und luden zu zukünftigen Kooperationen ein . Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gespräche, um Anregungen für die Angebotsgestaltung im eigenen Familienzentrum mitzunehmen und Kontakte zu vertiefen.
Ein besonderes Augenmerk galt der neu gegründeten Interessenvertretung der Hessischen Familienzentren (IHFamZ). Die Sprecherinnen und Sprecher stellten sich vor, informierten über Ziele und Arbeitsweise und luden zur Mitarbeit ein. Die IHFamZ versteht sich als Stimme der Praxis und will vernetzt, dialogorientiert und lösungsfokussiert die Position der Familienzentren im landesweiten Diskurs weiter stärken.
Beim Programmpunkt „Fragen und Antworten zum Landesförderprogramm Familienzentren Hessen“ informierten Katherine Grabolle und Elke Malburg, Referatsleiterin, seitens des HMFG über aktuelle Neuerungen im Förderverfahren. Im Zentrum standen Klarstellungen zu Antrags- und Nachweisprozessen sowie zu den Perspektiven des Landesprogramms. Die Gesprächsrunde machte deutlich: Förderpolitik und Praxis bleiben im Gespräch, um Rahmenbedingungen verlässlich und praxistauglich weiterzuentwickeln.
Den Abschluss des Tages bildete das „Themencafé“, in dem die Teilnehmenden in Kleingruppen zentrale Fragen der Familienzentrumsarbeit diskutierten. “Müssen Familienzentren politischer werden?", “Beteiligung klingt gut – kostet aber Kontrolle” und “Familienzentren können nicht alles leisten!” waren drei von sechs Fragestellungen, die angeregt diskutiert wurde. Der rege Austausch bestätigte den Charakter des Treffens: Gemeinsam voneinander lernen, Erfahrungen teilen, Herausforderungen benennen und tragfähige Lösungen entwickeln.
Fazit: Das 16. Netzwerktreffen der Hessischen Familienzentren zeigte, wie „wirksam im Wandel“ gelingen kann und wie Familienzentren erfolgreich Brücken in den Sozialraum bauen. Der kontinuierliche Transfer guter Praxis stärkt das Netzwerk der Familienzentren und die Einrichtungen bei in ihrer Arbeit vor Ort. Mit neuen Impulsen und Allianzen sowie mit vielen handfesten Ideen gehen die Hessischen Familienzentren in die nächste Etappe ihrer Arbeit für Familien in allen Lebenslagen.